14. Dezember 2017,

Filmreife Flucht nach Tschechien

© CC BY-ND 2.0, Dennis Skley

01. 12. 2017

Autodieb entkommt deutscher Polizei und wird erst in Beroun gefasst






Mit einem internationalen Haftbefehl will die Staatsanwaltschaft Stuttgart erreichen, dass ein Autodieb aus tschechischer Haft nach Deutschland ausgeliefert wird. Vor seiner Festnahme lieferte sich der Beschuldigte eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit deutschen und tschechischen Polizeibeamten. Der 31-jährige Pole wurde im tschechischen Beroun festgenommen. Zuvor sollte er am frühen Morgen gegen fünf Uhr auf der A6 bei Wernberg kontrolliert werden. Doch der Fahrer eines neuwertigen Mercedes GLE mit Esslinger Kennzeichen hielt nicht an, missachtete sämtliche Aufforderungen der Polizei und flüchtete mit weit über 200 km/h über die tschechische Grenze. 


Sofort nahmen Beamte der bayerischen Polizei und der Bundespolizei im Zuge der Nacheile gemeinsam mit tschechischen Polizisten die Verfolgung auf. Als das Fahrzeug auf tschechischem Gebiet erneut gestoppt werden sollte, rammte es einen Streifenwagen der Polizeiinspektion Waidhaus. Dabei wurden die beiden Polizeibeamten leicht verletzt. Zwar wurden die Fahrzeuge erheblich beschädigt, blieben aber fahrbereit. Deshalb gelang dem Mercedes-Fahrer weiterhin die Flucht. Gegen 6.15 Uhr entdeckten tschechische Polizeibeamte schließlich den beschädigten Mercedes in Beroun. Dessen Fahrer hatte den Wagen dort abgestellt und zurückgelassen.


Eine Überprüfung des Kennzeichens ergab, dass der Pkw irgendwann nach Mitternacht in Esslingen gestohlen worden war. Der Eigentümer hatte dies erst wenige Minuten zuvor bemerkt. Bei der weiteren Fahndung rund um Beroun stellte die Polizei dann den Tatverdächtigen. Er hatte versucht, sich auf dem Dach eines Schulgebäudes zu verstecken, konnte aber widerstandslos festgenommen werden. Das gestohlene Auto wurde sichergestellt.


Zeugenaufruf

Nun bittet die Kriminalpolizei Esslingen um Mitteilungen, ob es weitere Geschädigte oder gefährliche Situationen am Donnerstag, 30. November nach 8 Uhr morgens gab. Bis zu seiner Kontrolle fuhr der Festgenommene nämlich in unauffälliger Weise mit dem schwarzen Mercedes in Richtung Tschechische Republik. Nachdem die Fahnder das Anhaltesignal setzten, gab er jedoch Gas und startete seine rücksichtslose Flucht über die Landesgrenze hinweg. Da der Pole sein Fahrzeug auf bis zu 250 Stundenkilometer beschleunigte und keine Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nahm, geht die Polizei davon aus, dass andere Fahrer gefährdet oder gar geschädigt worden sein könnten, die zur gleichen Zeit in östlicher Richtung fuhren.

Die Kripo Esslingen bittet deshalb Personen, die gefährliche Situationen beobachtet haben oder selbst gefährdet oder geschädigt wurden, sich dringend zu melden: Telefonnummer (0049) 0711/3990208.

 

Text: khan

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